23. Mai 2015 – 20. Juni 2015

Nächste Generation VII

Der Teufel ist nicht so schwarz als man ihn malt

Salzburger Absolvent*innen der Linzer Kunstuniversität
Arbeiten von Jonas Geise, Isabell Rauchenbichler, Jakob Lechner und Claudia Bauer
Kuratiert von Vitus Weh

Das Programm „Die nächste Generation“ wird fortgesetzt. In Kooperation mit Galerien und anderen Institutionen präsentieren wir im Studio junge Kunst.
Die zwei Salzburger und zwei Salzburgerinnen zogen vor Jahren für ihr Kunststudium nach Linz. Alle trafen sich dort in der Malereiklasse von Prof. Ursula Hübner, selbst einst in Salzburg geboren. Nach ihrem Studienabschluss sind sie nun mit ihren Arbeiten in die Stadt an der Salzach zurückgekehrt.

Vitus Weh, der Kurator dieser Ausstellung, der an der Kunstuniversität in Linz unterrichtet, meint zur Schau, der er den Titel „Der Teufel ist nicht so schwarz, als man ihn malt“ gegeben hat: „Die Ausstellung präsentiert eine Zusammenstellung der Werke der vier jungen Maler*innen und schaut neugierig, wo ihr produktiver Schatten geblieben ist.“

 

Claudia Bauers Bilder zeigen zerfallende Architektur, vielleicht auch Kriegsschauplätze. Auf ihren Leinwänden mischen sich Ölfarben und Straßenstaub zu schrundigen Landschaften. Der Gestus ist wild, der Auftrag pastos, ins Dreidimensionale führend. Farblich dominieren meist Grau und Schwarz, nur hier und da tauchen braune, blaue oder beige Spritzer auf.

Die Bilder von Jonas Geise sind hyperrealistische Miniaturen oder abstrakt. Ihr Format ist in der Regel zwar handlich, in ihrer Ausführung aber erinnern sie immer an wuchernde Fieberträume: Ecken und scharf gezogene Kanten schieben sich durch die Bildflächen, die Farben sind oft schreiend intensiv und verlaufen mitunter ins Weiß.

Jakob Lechner arbeitet mit den unterschiedlichsten Medien: Malerei und Zeichnung, Objekte aus verschiedenen Materialien bis zu Rauminstallation. Zusätzlich zu dieser Vielfalt gibt es seine Werke selten einzeln, meistens ballen sie sich zu heterogenen Gruppen, wie hier um die handgestickte Jacke.

Dass Bilder ganz buchstäblich Fenster in eine andere Zeit, in eine andere Landschaft oder Welt sein können, ist kunsthistorisch ein Topos. Isabell Rauchenbichler knüpft mit ihren neuen Bildern, die auf Glasflächen gemalt sind, direkt an diese Tradition an. Aber es sind keine Ausblicke auf ein reales festes Äußeres, sondern auf imaginäre Innenwelten. Die Künstlerin setzt Wachs, PU-Schaum und traditionelle Öl-Malerei ein.

Claudia Bauer
www.bauerclaudia.at
*1986 in Zell am See, lebt und arbeitet in Wien
2006–11 Studium an der Kunstuniversität Linz, Klasse Ursula Hübner
2012/13 österreichisches Atelierstipendium in Chicago, USA

Jonas Geise
www.jonasgeise.com
*1980 in Salzburg, lebt und arbeitet in Salzburg
2003–13 Studium an der Kunstuniversität Linz, Klasse Ursula Hübner
2009 Auslandssemester Faculdade de Belas Artes Lissabon
2010–11 Artist residency, Salzamt Linz
2013 Artist residency, batolit Wien
Mitglied der Künstlergruppe Krafftmalerei

Jakob Lechner
*1986 in Salzburg, lebt und arbeitet in Linz
2007–2014 Studium an der Kunstuniversität Linz, Klasse Ursula Hübner
2011 Stipendium für die Sommerakademie Salzburg, bei Jitish Kallat

Isabell Rauchenbichler
*1976 in Salzburg, lebt und arbeitet in Salzburg
2006– 2014 Studium an der Kunstuniversität Linz, Klasse Ursula Hübner)